"Es ist dein Geist, der diese Welt erschafft" Buddha 2500 v.Chr.

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Huo Yuan Jia – Symbol des Widerstandes
Meister Huo Yuan Jia (ca.1867-1909), den man auch den „gelbgesichtigen Tiger“ nannte, war das 4. Kind in einer Familie von 10 Brüdern und Schwestern und wurde im Dorf Xiao Nan He am Rand von Tianjin geboren. Sein Vater, Huo EnDi, war ein bekannter Kampfkünstler der als Bodyguard für Karawanen arbeitete, die nach Norden reisten, aber die Haupteinnahmequelle der Familie war die Landwirtschaft. Das praktizieren der Kampfkunst hatte in der Familie eine lange Tradition. Huo Yuan Jia litt in seiner Kindheit unter Gelbsucht, sodass sein Vater sich weigerte, ihn zu unterrichten. Stattdessen ermutigte ihn sein Vater, Gelehrter zu werden. Sein Vater stellte einen japanischen Lehrer (Chen Seng Ho) an, der als Gegenleistung dafür, dass dieser ihn den Familienstil des Mizong lehrte, Huo Yuan Jia Werte wie Bescheidenheit und Ausdauer lehrte. Huo EnDi unterrichtete stetig nur seine Brüder und andere Schüler in Kung Fu. Da der junge Huo das Trainingsverbot nicht akzeptieren wollte, schaute er im Geheimen zu und trainierte allein über die nächsten 10 Jahre. Im Jahre 1890 kam ein Fremder beim Haus der Familie vorbei und nachdem er eine Kung Fu Darbietung von einem der jüngeren Brüder Huo´s gesehen hatte, provozierte er diesen zu einem Kampf und gewann. Zur Überraschung der Familie stand Huo Yuan Jia auf und bezwang den Fremden. Die nächsten Jahre arbeitete Huo zusammen mit seinem Vater. Huo Yuan Jia begann mit seinem Vater als Begleitschutz zu arbeiten. Als sie auf einer Eskorten eine Gruppe von Mönchen begleiteten, trafen sie auf den Banditenanführer namens Zhao, der ihnen einen Brief übergab, in dem den Mönchen mit einem Überfall durch seine Armee gedroht wurde. Unbeeindruckt nahm Huo Yuan Jia die Herausforderung für die Mönche an. Er besiegte ihn, wobei er den Banditen beide Arme verletzte. Daraufhin zerstreute sich dessen Armee. Schnell war diese Tat allen Leuten bekannt. Infolge kämpfte Huo Yuan Jia erfolgreich gegen zahlreiche Kung Fu Kämpfer und sein Name gewann an Bekanntheit. 1901 soll ein russischer Wrestler nach Tianjin gekommen sein, der behauptete der stärkste Mann der Welt zu sein. Er beleidigte die Chinesen, weil scheinbar niemand mit ihm kämpfen wollte. Huo Yuan Jia nahm die Herausforderung an, doch der Wrestler verzichtete auf diesen Kampf. Im Jahr 1909 kam ein britischer Kämpfer namens Hercules O´Brien nach Shanghai und trainierte regelmäßig im Apollo Theater. Nachdem er zahlreiche abschätzige Bemerkungen über die Chinesen gemacht hatte, wurde Huo von der chinesischen Wushu Delegation eingeladen, um sich mit dem Boxer zu messen. Die beiden Kämpfer wurden sich jedoch nicht einig über die Regeln des Kampfes. Nur mit den Fäusten, und nur über der Gürtellinie nach Meinung des Boxers, oder aber alles zu Erlauben, nach der Meinung von Huo. Erst in einem zweiten Treffen legten sie fest, das derjenige Sieger sei, welcher seinen Gegner zuerst zu Boden bringe. Der Tag des Kampfes kam, doch der britische Boxer nicht! Neue Gefahr kam von ganz anderer Seite. Zhang Wen Dat, ehemaliger Lehrer des oben erwähnten Banditenanführers, veranstaltete einen einmonatigen Wettkampf, zu dem er alle Teilnehmer einlud. Er hoffte damit Huo Yuan Jia anzulocken. Dieser hielt es aber nicht für nötig sich im Kampf zu beweisen und nahm nicht teil. Deshalb wurde er kurze Zeit später offen von Zhang herausgefordert. Liu Zheng Sheng, bester Schüler von Huo nahm die Herausforderung für seinen erneut kranken Meister an. Der Kampf brachte jedoch keine Entscheidung und nachdem Zhang Wen Dat ein Friedensangebot abgelehnt hatte, nahm Huo schlussendlich die Herausforderung an. Der Kampf dauerte nur wenige Augenblicke. Mit zwei Bewegungen wurde Zhang ausgeschaltet. Huo sagte zu Zhang Wen Dat, das er nicht gelernt hätte, sich bescheiden zu verhalten. Der Grund weshalb er verloren hatte, lag nicht in einem Mangel an Fähigkeiten sondern daran, dass er aus Rache kämpfte und nicht, um sich selbst spirituell zu verbessern.

Dies ist nur ein kleiner Einblick vieler Geschichten. Es ist unklar wie viele Kämpfe Huo Yuan Jia wirklich bestritt, doch seine Taten rüttelten die Welt der Kampfkünste auf: In einer Zeit als China eine politische Niederlage nach der anderen erlitt, konnte ein Chinese die Oberhand über Ausländer erringen. Er wurde zum Symbol des Widerstandes gegen die westliche Übermacht.

 

Die Gründung des Chin Woo/Ching Wu
Im Jahre 1896 arbeitete Huo als Portier in der Huaiping - Apotheke in Tianjin. Der Ladenbesitzer, ein vielgereister Arzt, klärte ihn über die drohende Gefahr auf, welche Japan für China bedeutete. Vor allem während der Boxeraufstände (1898-1901) realisierte er, wie schwach China geworden war. Seine Enttäuschung über einige Leute und die Entwicklung neuer Technologie, wie Feuerwaffen, brachten Huo dazu, den praktischen Nutzen des Kung Fu zu hinterfragen und er führte lange Gespräche darüber mit seinem Freund Qi Yuo. Dieser war der Meinung, dass die körperliche und mentale Weiterentwicklung der wichtigste Aspekt des Kung Fu sei, unabhängig von neueren Waffen und skrupellosen Leuten. Diese Worte inspirierten Huo und mit Ermutigungen seiner Freunde und Unterstützung von vielen Bewohnern Shanghais, gründete er im Juni 1909 eine Akademie die das Lehren der Kampfkünste zum grundlegenden Ziel hatte. Er gab ihr den Namen „Ching Wu Tiyu Hui" (chin.): Athletische Vereinigung des Kampfkunstwissens. Er wollte das chinesische Volk wieder mit der Essenz der Kampfkünste vertraut machen um Wissen, Güte und Mut zu pflegen und um die Gesundheit der Menschen zu verbessern. Außerdem wollte er die Erhaltung und Verbreitung des Kung Fu sichern. Es ist zu bemerken dass die Bezeichnung „Akademie“ ziemlich groß war für zwei baufällige / alte Gebäude in einem großen Hof unweit von einer Eisenbahnstrasse. Huo war in der ersten Zeit gegen das Unterrichten irgendwelcher schweren Komplexe. Für die Grundausbildung wurden die Übungen der Tam Tui (Stil der flexiblen Beine) genutzt. Es wurden auch spezielle Lernkomplexe auf niedrigem Niveau ausgearbeitet. Die Führung der Akademie nahm von den ersten Monaten ihres Bestehens Kurs auf die Propagierung des multifunktionalen Charakters des Kung Fu, der auch den gesundheitlichen und den kämpferischen Aspekt mit einbindet. Die Verbreitung einer Reihe von Materialen wurde geplant. So begann die Unterweisung der Bevölkerung.

Der Tod von Huo Yuan Jia
Die Ching Wu - Schule wurde schnell sehr populär und die Mitgliederzahl wuchs schon im ersten Sommer gewaltig. Huo, immer noch geplagt von der Gelbsucht, begann einen japanischen Arzt zu konsultieren und er bekam zahlreiche Medikamente verschrieben. Durch dieses Treffen gewann Huo an Bekanntheit innerhalb der japanischen Judo Vereinigung, welche in Shanghai Fuß zu fassen versuchte. Schließlich wurde eine kleine Delegation der Ching Wu - Schule von der Judo Vereinigung eingeladen, um sich zu messen. Es stellte sich heraus, dass der höchstrangige Lehrer gleichzeitig auch Huo´s Arzt war.

Der kleine Wettbewerb endete in einem Eklat. Zehn der Judokas stürzten sich auf Huo. Dieser wehrte sich vorzüglich und kurze Zeit später lagen alle Angreifer, der japanische Arzt eingeschlossen, mit gebrochenen Händen am Boden. Huo´s Gesundheitszustand hatte sich noch immer nicht verbessert und so konsultierte er erneut seinen Arzt. Einige Tage später wurde Huo Yuan Jia ernsthaft krank und starb am 9. August 1910, im Alter von 42 Jahren (manche sagen, er starb am 14. September 1910). Wann und wie er starb wird noch immer debattiert und bleibt ein Mysterium. Es wird erzählt, dass er von den Japanern aus Rache für ihre Niederlage bei dem Judo-Wettkampf vergiftet wurde, aber das ist Spekulation. Einige glauben das Huo Yuan Jia aufgrund der falschen Veränderungen, die sein neuer chinesischer Arzt an seiner Medizin und seiner Behandlung vornahm, starb. Andere spekulieren, das die europäischen Kolonisten durch den aufstrebenden chinesischen Nationalstolz sich bedroht fühlten und ihn deshalb vergifteten. All seine Schüler, einschließlich des Historikers Chen Gong Zhe (1890-1961), glaubten und schrieben, das er vom japanischen Arzt Akino vergiftet wurde, der durch den japanischen Judolehrer vorgestellt/eingeführt wurde. Huo Yuan Jia wurde in das Shanghaier Rot-Kreuz Hospital eingeliefert und starb 2 Wochen später.

Seine Schüler Zhang Wen Da und Chen Gong Zhe brachten die Medizin in das Shanghai Public Consession Hospital, um sie testen zu lassen. Die Testergebnisse bestätigten, dass die Medizin giftig war. 1989 wurde das Grab von Huo Yuan Jia und seiner Frau wiederentdeckt. In seinen Beckenknochen wurden schwarze Flecke gefunden, in denen das Tianjin Minicipality-Polizeilabor Arsen nachwies. Er starb nur Monate, nachdem er geholfen hatte, die Chin Woo Athletic Association zu gründen.

Meister Huo wurde zu einem nationalen Helden und sein Name wird noch immer als der eines großen Kämpfers verehrt. Die Geschehnisse dienten auch als Stoff für die Actionfilme „Fist of fury“ (Bruce Lee), „Fist of Legend“ (Jet Li) und „Fearless“ (Jet Li). Geschichten großer Männer sind sicher immer eine Mischung aus Fakten und Übertreibungen. Es gibt zahlreiche andere Versionen von Huo Yuan Jia, nicht nur der Todesursache, sondern auch des ganzen Lebens. Trotz all dieser Unklarheiten ist jedoch eines klar: Huo Yuan Jia gab zahlreichen Landsleuten neue Hoffnung und neuen Stolz, insbesondere durch die Gründung der Chin Woo - Schule. Seine Ideen und Vorstellungen leben bis heute weiter.

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